Zum Kaffee mit Bakunin

Die seit langer Zeit leerstehende und nur über einen steilen Fussweg erreichbare Villa hat bis heute nichts von ihrem Zauber eingebüsst. Die eindrückliche Lage über dem See und ihre Einbettung in eine stille parkähnliche Landschaft mit altem Baumbestand entfalten hier eine ganz eigene Poesie. Ob der russische Revolutionär und Anarchist Michail Bakunin jemals zum nachbarschaftlichen Kaffeetrinken in der Villa empfangen wurde, lässt sich heute nicht mit Sicherheit sagen. Die Gelegenheit dazu hätte er sicher gehabt, wohnte er doch ab 1873 für einen Anarchisten nicht ganz standesgemäss in unmittelbarer Nähe in einem ebenfalls herrschaftlichen Anwesen. Sein Haus galt damals als Zufluchtsort für polizeilich gesuchte Revolutionäre. Es wäre sicher eine spannende Begegnung der Sorte Bourgeoisie trifft Anarchie geworden, denn der damalige Besitzer der 1862 im neoklassizistischen Stil erbauten Villa war ein russischer Adliger und Landsmann von Bakunin. Unter den späteren illustren Besuchern war auch der italienische Opernsänger Luciano Pavarotti, der die Vorzüge dieses Anwesens mit seinem Komfort und der landschaftlichen Schönheit zu schätzen wusste. Heute hält nur noch ein stilles, aber zufriedenes Pärchen einsam Wache vor der Villa. Gastbeitrag von stewi

4 Idee über “Zum Kaffee mit Bakunin

  1. Selina sagt:

    Wow! Ich habe mich sowas von verliebt… Ich bin per Zufall auf diese Seite gestossen und scrolle bereits seit Stunden durch die Beiträge. Faszinierend die Gebäude die du gefunden hast Stewi. Du hast die Adresse dieser Villa nicht verlinkt – Bewusst gehe ich von aus? Auf Urbex-Datenbank habe ich auch sämtliche Posts durchgeschaut. Gibt es eine Möglichkeit die Adresse zu erfahren? Unglaublich gerne würde ich selbst dahin fahren ☺️
    Lg, Selina

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